Donnerstag, 26. März 2015

Wann der beste Zeitpunkt für eine Zweitsprache ist

Dazu  gibt es im Grunde zwei Hauptmeinungen: Die einen sagen, man wartet besser, bis das Kind eine Sprache bereits ansatzweise gut spricht und beginnt dann. Die zweite Meinung ist, man beginnt von Anfang an, wenn das Kind noch ganz klein ist. Und genau diese Meinung vertrete ich.


Auf den richtigen Zeitpunkt warten


Die schwierigste Sprache, die man lernen kann, ist immer die zweite Sprache. Wie schlau wäre es also, wenn wir diesen Schritt einfach überspringen? Unsere Kinder könnten zwei (oder sogar drei) Sprachen von Anfang an lernen wie eine erste Sprache.

Wenn dein Kind bereits eine Sprache in den Grundzügen beherrscht und du dann erst mit einer weiteren Sprache beginnst, ist der Effekt meiner Meinung nach nicht mehr der gleiche, als hättest du gleich bei der Geburt begonnen. Dein Kind wird verwirrt sein. Ihr müsstet euch an die Umstellung gewöhnen und es wird sich lange weigern, in der zweiten Sprache zu kommunizieren.

Es gibt viele Gründe, so früh wie möglich anzufangen. Möglicherweise kommen die Eltern aus unterschiedlichen Ländern und sprechen unterschiedliche Sprachen. Oder man zieht in ein fremdes Land und muss die Landessprache erlernen. Vielleicht möchte man aber gezielt eine weitere Sprache einführen und entscheidet sich für ein Au Pair aus einem anderen Land oder bringt seinem Baby eine Zeichensprache bei.

Was auch immer der Grund ist: Je früher du beginnst, desto besser ist das für dich und dein Kind. Je älter dein Kind ist, desto schwieriger wird es sein. Die meisten bilingualen Familien beginnen also von Geburt an damit.


Schulkindern eine zweite Sprache beibringen


Schulkinder sind heutzutage schon sehr beschäftigt: Schule, Hausaufgaben und Hobbys fressen eine Menge Zeit. Sie sind in diesem Alter mehr interessiert, was ihre Freunde tun und weniger in das, was wir Eltern uns wünschen. 
Die Kinder werden schneller selbständig und verbringen natürlich immer weniger Zeit mit Fingerspielen, Kinderreimen und lustigen Liedern. Sie sind aber der Schlüssel zu unserem Erfolg. Kleine Kinder lieben alle möglichen Lieder und sie saugen sie geradezu auf wie ein Schwamm. Fingerspiele und Lieder werden sehr schnell gelernt und bleiben lange im Gedächtnis. Das ist ganz unabhängig von der Sprache. 

Mache dir das zu Nutzen, so lange du ein Kleinkind oder Kindergartenkind zu Hause hast. Es ist die beste Zeit, eine Sprache so natürlich und selbstverständlich wie möglich zu erlernen. 

Kein lästiges Vokabelpauken, keine nervigen Grammatikregeln, keine Bewertungen. 
Einfach nur 


  • Spielen, 
  • Singen 

und ganz wichtig:

  • Spaß haben 

und 

  • dabei die Sprache lernen. 


So unklompliziert kann das sein!



Mit Teenagern eine weitere Sprache lernen


Das ist wohl das schwierigste Alter, um eine Fremdsprache zu Hause einzuführen. Viele Eltern sind froh, wenn ihre Kinder nun überhaupt das machen, was von ihnen verlangt wird. So lange eine neue Sprache also nicht Teil des Lehrplans der Schule ist, ist sie vermutlich auf der Prioritätenliste der Kinder ganz weit unten.

Natürlich stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt und man sollte es versuchen, wenn man sich erst spät dazu entschließt oder in die Lage gerät, seinem Kind eine weitere Sprache beizubringen. Besser spät als nie!


Erst im Erwachsenenalter anfangen


Na dann warten wir einfach, bis die Kinder alt genug sind? Es gibt ja schließlich wunderbare Kurse für Erwachsene...

Stop!

Wir wissen beide, dass das ein Wunschgedanke ist. Und wir wissen auch, wie schwer es ist, eine Fremdsprache zu lernen. Ich kann von mir sprechen: Ich lebe nun neun Jahre in Ägypten und mein Arabisch reicht gerade einmal zum Einkaufen und um etwas umfangreicheren Smalltalk zu halten. So sehr ich mich auch bemühe, ich werde diese Sprache nie zu 100% beherrschen.

Wie viele Erwachsene wünschen sich nicht, eine Fremdsprache fließend zu sprechen? Unsere Kinder haben die großartige Chance, es schon sehr früh zu lernen. Nämlich dann, wenn es noch wenig Anstrengung verlangt. 

Wir sollten ihnen diese Möglichkeit geben und sie so früh wie möglich heranführen. Der beste Zeitpunkt wird sonst nicht mehr kommen. Er ist nämlich gleich am Anfang.

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